Denn für Gott ist nicht unmöglich. (Lk 1,37)
(Evangelium des 4. Adventsonntags)
Kann ich Gott vertrauen? Oder ist das naiv und kindisch? Was spricht gegen das Gottvertrauen?
Es ist wohl die Angst vor Enttäuschungen: Dass Gott nicht so handeln könnte, wie ich mir das vorstelle, wie ich es gerne hätte, wie es angenehm wäre. In dem Sinn sind Ent-täuschungen auch heilsam: Sie beenden eine Täuschung über Gott.
Viele Menschen täuschen sich in Bezug auf Gott. Sie stellen sich vor, er wäre wie ein alter Mann mit weißem Bart, wie ein Opa im Lehnstuhl, wie ein strenger Polizeikommissar, wie ein Wunscherfüller usw. Wer ein allzu fixes Bild von Gott hat, wird leicht enttäuscht werden, denn: Gott ist anders! Anders als du meinst, anders als ich meine. Denn für Gott ist nichts unmöglich… Wer aber kein fixes Bild von Gott hat, rechnet mit allem, auch damit, dass Gott anders als erwartet ist, damit, dass für Gott nichts unmöglich ist.
Die rechte Haltung Gott gegenüber ist daher nicht das Verstehen sondern das Vertrauen: Gott werden Menschen nie komplett verstehen und durchschauen, aber in seine „Hände“ kann man sich fallen lassen: „Gott, ich versteh dich zwar nicht bis ins Letzte, aber ich liebe dich!“
Die Bibel, die Kirche und vor allem Maria bezeugen uns, dass so ein Leben im Vertrauen auf Gott lohnend und schön ist.
Anregung:
Überleg, was dein Gottesbild ist. Und mach dir dann bewusst, dass es zu eng und zu klein ist.
Gebet:
Gott du bist anders, und ich verstehe das nicht. Es ärgert mich, dass ich dich nicht fassen kann. Und doch spüre ich in mir die Sehnsucht, mich dir anzuvertrauen und mein Leben mit dir zu leben. Ich möchte dich kennenlernen, wie du bist, und nicht wie ich meine, dass du sein solltest. Bitte zeig dich mir. Amen.